MediaPark

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Baugeschichte
Die Architektur im MediaPark Köln - Mischung aus Manhattan und grüner Vorstadt
Baustelle MediaPark 1991, Foto: MPK
Als "Collage aus Klein-Manhattan, Piazza del Campo und begrünter Vorstadt" bezeichnet ihn die Süddeutsche Zeitung. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von "Tortenschnitten, die sich um ein halb idyllisches, halb städtisches Entree fächern". Kaum ein anderes Bauprojekt hat in den vergangenen Jahren für so viele Schlagzeilen gesorgt wie der MediaPark Köln. Sowohl die Anordnung der Gebäude, als auch die Architektur eines jeden einzelnen Hauses sorgen für Aufsehen.

Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb aus dem Jahre 1987 bildet die Grundlage für das heutige Erscheinungsbild des MediaPark. Damals forderte die Stadt Köln Architekten aus der ganzen Welt auf, Vorschläge für die Gestaltung des Parks zu machen. Am nordwestlichen Rand der Kölner Innenstadt gelegen, sollte das Gelände zu einer Innenstadterweiterung über die Ringe hinweg und nicht zu einer autonomen Stadtteil-Insel entwickelt werden. Es galt, ein überzeugendes städtebauliches Konzept zu finden, daß den bereits entwickelten Inhalten des Nutzungskonzeptes MediaPark mit seiner zukunftsweisenden Bedeutung nun auch räumlich und funktional den angemessenen Rahmen gibt. Von den insgesamt 103 Einsendungen wurden sechs Arbeiten mit einem 1. Preis gekürt. Die Verfasser - aus Japan, Kanada und Deutschland - wurden gebeten, ihre Entwürfe noch einmal zu überarbeiten. Vor der endgültigen Entscheidung konkretisierte die Stadt ihre Anforderungen an das Konzept: Ziel war eine gute städtebauliche Integration in das Stadtgefüge und eine hochwertige Architektur unter Berücksichtigung der exzellenten Innenstadtlage und der besonderen Verkehrserschließung.

Prof. Eberhard Zeidler aus Toronto ging als Sieger aus der Überarbeitung hervor, weshalb der Rat der Stadt am 28. April 1988 beschloß, den Entwurf des deutsch-kanadischen Architekten zur Grundlage des Bebauungsplanes zu machen. Zeidlers Ideen kamen den Intentionen des Nutzungskonzeptes am nächsten: Im Mittelpunkt des Entwurfes stehen Gebäude, die sternförmig um einen zentralen Platz angeordnet sind. Signifikant auch ein 148 Meter hoher Büro- und Wohnturm in der Sichtachse vom Ring. Durch den vorgelagerten See und die Einfassung des Platzes öffnet sich der MediaPark dem Besucher durch eine großzügige Geste, die die Gesamtanlage erfaßbar macht.


Um seine Ideen plastisch darzustellen, fertigte die MPK ein Modell des MediaPark im Maßstab 1:250 an, welches heute, erweitert um die jeweiligen Gebäude-Modelle, im Cinedom in der 1. Etage neben dem Eiscafé ausgestellt wird. Es handelt sich hierbei um die Gebäudeentwürfe der einzelnen Architekten, denn die Architektur der Häuser lag in der Hand der Bauherren und ihrer Planer. Die MediaPark Köln Entwicklungsgesellschaft (MPK) hatte die Investoren mit dem Kaufvertrag dazu verpflichtet, gesonderte Architektur-Wettbewerbe für das eigene Objekt auszuschreiben.

Die MPK installierte zur Beurteilung eine hochrangig besetzte Wettbewerbsjury (Vorsitz Prof. Peichl, Wien), in der jeweils ein Investorenvertreter stimmberechtigt war.

Die Ergebnisse der Realisierungswettbewerbe lagen bis Frühjahr 1991 vor. Die zum Teil spektakulären und international beachteten Wettbewerbsbeiträge stellten den rechtskräftigen Bebauungsplan vor große Flexibilitätsanforderungen, was jedoch der Qualität des gesamten Projektes zu Gute kam. Obwohl Eberhard Zeidler den Wettbewerb für das Hochhaus gewonnen hatte, erteilte der damalige Investor den Auftrag an den französischen Stararchitekten Jean Nouvel in Arbeitsgemeinschaft mit dem Kölner Büro Schilling & Kostulski. MPK, Investor und Stadt schätzten Nouvels Entwurf als "beachtenswerten Beitrag" ein.
Ein anderer herausragender Vorschlag für ein Gebäude im MediaPark kam - nach Meinung vieler Experten - vom Kölner Architekten Joachim Schürmann. Er hatte das Haus des Investors Victoria-Versicherung entworfen. Kurz vor Baubeginn forderte der Investor allerdings umfassende Änderungen an den Plänen; das Gebäude sei zu teuer. Schürmann hielt die Eingriffe für inakzeptabel, so daß die Zusammenarbeit endete und der Investor das Architekturbüro Mronz aus Köln beauftragte. Anders bei den übrigen Gebäuden: Für das KOMED-Haus war das Kölner Büro Kister, Scheithauer & Partner seit dem Gewinn des Realisierungswettbewerbes mit den Planungen beauftragt. Entstanden ist ein aufsehenerregendes Gebäude, das mit dem Architekturpreis "Innovatives Bauen in NRW" ausgezeichnet wurde. Ein siebenstöckiges Foyer , das durch Aufzüge und Treppen gegliedert ist, durchzieht den gesamten Baukörper von der ersten Etage bis zum gläsernen Dach. Für drei Gebäude, darunter das Multiplex-Kino Cinedom, schrieben die Investoren - unter Wahrung der Gestaltungsrichtlinien - keine Wettbewerbe aus. Hier erhielten die Architekten Direktaufträge von den Bauherren.
Der Entwurf für das, im Frühjahr 2004 vollendete, bauliche Finale des MediaParks stammt von dem Amsterdamer Architekten Prof. Herman Hertzberger. Er sieht fünf halbkreisförmige Gebäudeeinheiten vor, die durch ihre Anlage "das Thema Innen- und Außenseiten eines Gebäudes neu definieren" so der Architekt.
Baustelle forum im MediaPark 2002, Foto: Architectuurstudio Hertzberger, Amsterdam


Mit dem Hertzberger-Bau sind alle Gebäude fertiggestellt und auch das städtebauliche Konzept von Zeidler wurde vollständig umgesetzt. So bildet der Zentralplatz den Mittelpunkt des MediaPark: Die große offene Fläche mit einem künstlerisch gestalteten "Star-Pit"-Brunnen - entworfen von Prof. Zeidler und Otto Piene - ist Treffpunkt und zeitweise Veranstaltungsort für Aktionen aller Art, einschließlich der mittlerweile alltäglich gewordenen Skateboard-Fahrer und Inline-Skater. Ansonsten bleibt der Platz ausschließlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten - der gesamte Lieferverkehr wird über eine unterirdische Ringstraße abgewickelt. Zur Erholung dient neben dem Platz auch eine rund 100.000 Quadratmeter große Parkanlage mit Kinderspielplatz und ein See. Während der Park vor allem hinter den Gebäuden in ruhiger Umgebung liegt, ist der See zentraler Bestandteil des MediaPark. Über ein Stahlbrücke gelangen Besucher zu Fuß oder per Rad auf den MediaPark.

Alle Erschließungsanlagen inklusive der Freiflächen, des Sees, der Brücke, etc., wurden von der Arbeitsgemeinschaft Zeidler / Baugruppe Köln für die MPK geplant. Bei der Freianlage wurde mit dem Landschafts- und Gartenarchitekt Jürgen Schubert zusammen gearbeitet.

Seit Projektbeginn 1988 wird die MPK in allen städtebaulichen und architektonischen Belangen von dem Architekten BDA Rolf Vollmer beraten. Mit der BDK Ingenieurgesellschaft mbH (Bernsdorff-Diehl-Klein) nimmt er die übergeordnete Projektsteuerung für die Gesamtmaßnahme wahr, überprüft die Einhaltung der städtebaulichen und gestalterischen Vorgaben und ist für die Logistik der einzelnen Baustellen auf dem MediaPark zuständig.

Fazit: Der MediaPark Köln erfüllt nicht nur die technischen und architektonischen Ansprüche der Medien- und Kommunikationswelt von morgen. Als Ideengeber strahlt er zudem positiv auf die Umgebung aus, wo sich Firmen verwandter Branchen ansiedeln und etliche Häuser neu gebaut oder saniert werden. Schließlich bietet das "Future-Veedel" den Mietern und allen Kölnern Unterhaltung, Kunst und Kultur auf höchstem Niveau - gepaart mit Entspannung und Erholung.

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